Deutschland schafft es ab
Von Nada Weigelt
Wieder Wirbel um die Streitschrift von Thilo Sarrazin: Nun löst nicht das Buch selbst, sondern die in Berlin geplante Aktion eines Künstlers Protest aus.
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Die geplante Künstleraktion, das umstrittene Buch „Deutschland schafft sich ab“ von Thilo Sarrazin zu sammeln und später zu recyceln, stößt wegen möglicher Assoziationen zur NS-Bücherverbrennung auf heftigen Protest. Der Direktor des Moses Mendelssohn Zentrums in Potsdam, Professor Julius H. Schoeps, sagte am Wochenende: „Dieses Vorhaben ist keine Kunstaktion, sondern ein Akt der Peinlichkeit, den es zu verhindern gilt.“
Der Historiker und Mitarbeiter des Zentrums, Werner Treß, der in mehreren Veröffentlichungen die nationalsozialistischen Bücherverbrennungen vom 10. Mai 1933 erforscht hat, zeigte sich schockiert. Jedes Buch sei unabhängig von seinem Inhalt ein kultureller Wert an sich und dürfe nicht öffentlich zerstört werden. „So kommt es, dass ich ein Buch, dessen Inhalt ich zutiefst ablehne, doch in Schutz nehmen muss“, sagte Treß.Der tschechische Künstler Martin Zet hatte dazu aufgerufen, das seiner Ansicht nach ausländerfeindliche Sarrazin-Buch an verschiedenen Sammelstellen abzugeben. Das Projekt läuft in Anspielung auf den Buchtitel unter dem Motto „Deutschland schafft es ab“. Bei der Berlin Biennale ( 27. April bis 1. Juli) sollten die Bücher in einer Installation gezeigt und nachher für einen guten Zweck recycelt werden.Das Berliner KW Institute, der Veranstalter der Biennale, erklärte nach den Protesten, das Kunstprojekt habe nicht die Vernichtung der Bücher zum Ziel. Zet werde gemeinsam mit dem Publikum an der Frage arbeiten, welchem Zweck die Bücher anschließend zugeführt werden sollten. Der Künstler verbinde mit der Spende und der „Transformation“ der Bücher einen Akt des Widerstands gegen den polarisierenden Inhalt. Das Berliner Haus der Kulturen der Welt, bisher einer der Unterstützer der Aktion, äußerte sich kritischer und sprach sich für eine „konzeptionelle Klärung“ aus. Dass in der öffentlichen Debatte ein Zusammenhang mit den NS-Bücherverbrennungen im Jahr 1933 hergestellt werde, führe zu einer Polarisierung, sagte Intendant Bernd M. Scherer. „Das Haus der Kulturen der Welt geht deshalb davon aus, dass auch dem Künstler an einer konzeptionellen Klärung gelegen ist.“Der Geschäftsführer des Künstlerhauses Bethanien in Berlin-Kreuzberg, Christoph Tannert, verwies darauf, dass nicht nur in der NS-Zeit, sondern auch in Osteuropa zu Zeiten des Kalten Krieges unliebsame Bücher eingezogen wurden. All diese „Dinge einer Zensurausübung“ finde er „extrem negativ“, sagte Tannert.Ex-Bundesbankvorstand Sarrazin hatte 2010 mit seinen umstrittenen Thesen zur Integrationspolitik eine hitzige Debatte ausgelöst. (dpa)
Montag, 16. Januar 2012
Sächsische Zeitung
Peter Lenks Polit-Panoptikum in Albstadt
Badisches Tagblatt 19.12.2011
Der neue Skulpturenpark des Bodensee-Bildhauers Peter Lenk für Albstadt hat es in sich: Als frisch geschlüpftes Krokodil "Schnappus" ist Baden-Württembergs Ex-Ministerpräsident Mappus im neuen Skulpturenpark dargestellt. "58 Jahre CDU-Regierungsmacht verzockt zu haben, ist auch denkmalwürdig", spottete der Satiriker. Ex-Außenminister Joschka Fischer modellierte der Bildhauer aus Bodman-Ludwigshafen mit großem Wendebauch, da er sich inzwischen den großem Konzernen andiene (Foto, ganz links). Auch Claudia Roth und der Ex-Bundesbanker Thilo Sarrazin sind in den wenig schmeichelhaften Kreis aufgenommen. Mit der Figurengruppe "Ausgrabungen" spielt Lenk auf die an archäologischen Fundstellen reiche Umgebung der Stadt auf der Schwäbischen Alb an. Der Vogel Strauss mit Frauenkörper und ein fetter Molch stünden für "prähistorische Versuche der Menschwerdung". Zwei Jahre lang arbeitete der Bildhauer zusammen mit seiner Tochter Miriam an den Bronze-Plastiken, die in der neu gestalteten Oberen Vorstadt von Albstadt-Ebingen öffentlich zugänglich sind. Wie fast immer war das Thema seiner Arbeit bis zuletzt streng geheim:" Das wäre sonst niemals genehmigt worden", sagte Lenk. Bei der Skulpturengruppe handelt es sich um eine Auftragsarbeit der Stadt. Viel Beifall hat Lenks Installation bisher ausgelöst. "Die Umfragen zeigen fast nur Zustimmung. Wir erhielten sehr viele positive Anrufe", sagte Stadtsprecher Michael Röck: Am Skulpturenpark sei immer was los. Foto: dpa
Die sehen ja aus wie Politiker

Das ist Kunst
Was sind das denn für Gestalten?
Erkennen Sie den dicklichen Typen mit Superplauze und so etwas
wie einem Echsenkopf rechts?
Das ist Ex-Außenminister Joschka Fischer, wie Bildhauer Peter Lenk ihn sieht.
Für die Fußgängerzone der Stadt Albstadt-Ebingen (das ist in Baden-Württemberg) hat der Künstler sechs Skulpturen entworfen, vier davon zeigen deutsche Politiker: neben Fischer den Ex-Ministerpräsidenten Stefan Mappus, die Grünen-Vorsitzende Claudia Roth und Ex-Bundesbank-Vorstand Thilo Sarrazin. Sympathisch wirken die nicht, aber das ist vielleicht auch so gewollt.
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Fotos: DPA |
Viel Beifall für Lenks Skulpturenpark in Albstadt
DPA 18.12.2011
Viel Beifall hat die jüngste Installation des Bodensee-Bildhauers Peter Lenk in Albstadt (Zollernalbkreis) ausgelöst. „Die Umfragen zeigen fast nur Zustimmung. Wir erhielten sehr viele positive Anrufe“, sagte Stadtsprecher Michael Röck der Nachrichtenagentur dpa. Am Skulpturenpark sei immer was los, die Neugier sei groß. „Auch das bundesweite Medienecho freut uns.“ Die vergangene Woche enthüllte Figurengruppe zeigt wenig schmeichelhafte Karikaturen der Grünen-Politiker Joschka Fischer und Claudia Roth sowie Stefan Mappus (CDU) und den Ex-Bundesbanker Thilo Sarrazin.

Als frisch geschlüpftes Krokodil „Schnappus“ ist Baden-Württembergs Ex-Ministerpräsident Mappus dargestellt. „58 Jahre CDU-Regierungsmacht verzockt zu haben, ist auch denkmalwürdig“, spottete der Satiriker. Ex-Außenminister Fischer modellierte der Bildhauer aus Bodman-Ludwigshafen mit großem Wendebauch, da er sich inzwischen den großen Konzernen andiene. Mit der Figurengruppe „Ausgrabungen“ spielt Lenk auf die an archäologischen Fundstellen reiche Umgebung der Stadt auf der Schwäbischen Alb an. Der Vogel Strauss mit Frauenkörper und ein fetter Molch stünden für „prähistorische Versuche der Menschwerdung“.
Zwei Jahre lang arbeitete der Bildhauer zusammen mit seiner Tochter Miriam an den Bronze-Plastiken, die in der neu gestalteten Oberen Vorstadt von Albstadt-Ebingen öffentlich zugänglich sind. Wie fast immer war das Thema seiner Arbeit bis zuletzt streng geheim: „Das wäre sonst niemals genehmigt worden“, sagte Lenk. Bei der Skulpturengruppe handelt es sich um eine Auftragsarbeit der Stadt. Gut 160 000 Euro bezahlte Albstadt-Ebingen laut Röck für die Bildhauerarbeit. Und Lenks nächstes Projekt ist natürlich wieder streng geheim. Nur den Ort will er verraten: „Es wird in Emmingen-Liptingen stehen, und es wird zwölf Meter hoch sein.“
„Schnappus, das kleine Krokodil“ lässt grüßen
DPA 18.12.2011
Viel Beifall hat die jüngste Installation des Bodensee-Bildhauers Peter Lenk in Albstadt im Zollernalbkreis ausgelöst. „Die Umfragen zeigen fast nur Zustimmung. Wir erhielten sehr viele positive Anrufe“, sagte Stadtsprecher Michael Röck. Am Skulpturenpark sei immer was los, die Neugier sei groß. Die Figurengruppe zeigt wenig schmeichelhafte Karikaturen der Grünen-Politiker Joschka Fischer und Claudia Roth sowie Stefan Mappus (CDU) und den Ex-Bundesbanker Thilo Sarrazin.
Lenk porträtiert, wie er es selbst nennt, die „Sumpfblütler der jüngeren Vergangenheit“. Für ihn sind Politiker Fabelwesen: „Sie werden nicht geboren, sie sterben nicht aus, sie schlüpfen und entschlüpfen. Sie befruchten sich selbst“. Als frisch geschlüpftes Krokodil „Schnappus“ ist beispielsweise Ex-Ministerpräsident Mappus dargestellt. „58 Jahre CDU-Regierungsmacht verzockt zu haben, ist auch denkmalwürdig“, spottet der Satiriker. Ex-Außenminister Fischer modellierte der Bildhauer aus Bodman-Ludwigshafen mit großem Wendebauch, da er sich inzwischen den großen Konzernen andiene. Mit der Figurengruppe „Ausgrabungen“ spielt Lenk auf die an archäologischen Fundstellen reiche Umgebung der Stadt auf der Schwäbischen Alb an. Der Vogel Strauss mit Frauenkörper und ein fetter Molch stünden für „prähistorische Versuche der Menschwerdung“.
Zwei Jahre lang arbeitete der Bildhauer zusammen mit Tochter Miriam an den Bronze-Plastiken, die in der Oberen Vorstadt von Albstadt-Ebingen aufgestellt sind. Wie fast immer war das Thema seiner Arbeit bis zuletzt streng geheim: „Das wäre sonst niemals genehmigt worden“. ps/dpa
Bönnigheimer Zeitung | Reutlinger General Anzeiger | Schwäbisches Tagblatt
Sumpfblütler der Republik
Bildhauer Lenk lässt in Albstadt Fischer, Roth und Mappus aus Ei schlüpfen
Ein fetter Joschka Fischer, ein grinsender Stefan Mappus, eine sich aalende Claudia Roth und ein bräsig dreinblickender Thilo Sarrazin: Der Künstler Peter Lenk karikiert wieder Politiker - dieses Mal in Albstadt.
Peter Lenk, der Bildhauer von Bodman, hat viele Prominente, grotesk verzerrt, künstlerisch dargestellt. Seine Skulpturen sind dreidimensionale Karikaturen, und fast immer ist ein Schuss Sex dabei: Lenk stellt Politiker und andere Berühmte am liebsten nackt und bloß dar oder garniert sie mit hüllenlosen Figuren , Tabus sind für ihn zum Brechen da. Ein Lenk bittet nicht um Genehmigung, sein Motto lautet: "Nicht um Erlaubnis fragen, sondern machen."
Provozierend sein Wandrelief von Ludwigshafen am Bodensee, wo als "Global Players" Schröder, Merkel und Stoiber sich gegenseitig an die Genitalien fassen. Den "Bild"-Chefredakteur Kai Diekmann hat Lenk auf der Fassade der Tageszeitung "taz" mit Riesenphallus abgebildet. In Überlingen lässt er den Dichter Martin Walser, umgeben von hässlichen Nixen, auf einer Mähre über den Bodensee reiten - der Autor reagierte darauf wütend bis beleidigt. Auch Ex-Verteidigungsminister Rudolf Scharping war nicht erbaut, weil ihn Lenk in Stockach auf einem U-Boot mit einer Nackten auf den Schultern ins Bild setzte.
Jetzt hat Lenk seinen Zoo der Prominenten erweitert. Wie stets machte er ein Geheimnis draus. Und so erfuhr die Öffentlichkeit erst vor einigen Tagen, was er sich zur Verzierung der Oberen Vorstadt in Albstadt-Ebingen hat einfallen lassen. Die Obere Vorstadt - das ist eine neu gestaltete, fast autofreie Zeile mit einem Pflaster aus Granit und einem Wasserlauf in der Mitte, der in einen Teich mündet. Aus großen Eiern, vermutlich aus dem Gelege einer riesigen Straußendame, die zum Kunst-Ensemble gehört, lässt Lenk, wie er sie nennt, "Sumpfblütler der jüngeren Vergangenheit" schlüpfen. Wer die Personen sind, liegt auf der Hand, Lenk hat die Gesichter gut getroffen. Dieser lachende Typ mit dem Hundeleib, der seinen Kopf nach links verdreht und herzhaft lacht, ist kein anderer als Stefan Mappus. "58 Jahre Regierungsmacht verzockt zu haben, ist auch denkmalwürdig", kommentiert der Künstler.
Mappus gegenüber, ihm aber den Rücken zeigend, thront der Grünen Joschka Fischer mit Doppelkinn und aberwitzig dickem Wanst auf seinem Ei. Und neben Mappus - dieser bräsig blickende Mann mit Schnurrbart ist unverkennbar Thilo Sarrazin. Lenk ernennt ihn zum Ausländerbeauftragten. Um die vierte Ebinger Lenk-Figur zu besichtigen, muss man sich der Wasserrinne entlang Richtung Kirche bewegen. Dort liegt im derzeit trockenen Bassin eine Claudia Roth mit prallen Brüsten. Lenk hat die Grünen-Vorsitzende als Baby dargestellt, das neckisch sein Köpfchen hebt.
Bisher ist von keinem Abgebildeten bekannt, dass er Protest angemeldet hätte. Die Passanten jedenfalls goutieren die neuesten Lenk-Kunstwerke. Rainer Mayer hält den Künstler für "genial". Gabriele Zarth findet die Objekte "zum Brüllen": "Das lockert auf und die Leute haben etwas zum Schwätzen." Und Sabine Pietrowski meint: "Die Figuren werten die Obere Vorstadt auf."
Dass niemand im schwäbischen Ebingen Anstoß nimmt, weder an den Werken selbst noch an den Kosten von 160 000 Euro, liegt vielleicht an Lenk selbst. Auf die Abbildung von Genitalien hat er dieses Mal, ganz untypisch für ihn, gnädig verzichtet. Ob sich da der Einfluss der Tochter Miriam ausgewirkt hat, die dem Vater zur Seite stand?
Redaktion: RAIMUND WEIBLE
05.12.2011
FAZ 30.11.2011

SEITE 2 .MITTWOCH, 30. NOVEMBER 2011 'NR. 279 FAZ
STREIFZÜGE
Albstadt
Der Mensch denkt, Gott lenkt
Die auf der Schwäbischen Alb gele- gene Stadt Albstadt, nach Angaben ihres Baubürgermeisters Rainer Mänder, "Weltmarktführer im Bereich Wanderwege", hat dem Bodensee-Bildhauer Peter Lenk schon 90 000 Euro überwiesen, weitere 60 000 werden folgen. Die Quittung dafür kam in der vergangenen Nacht: als Ensemble aus sechs Skulpturen, das mit dem Begriff Kunst nur unzureichend umschrieben ist. In der Oberen Vorstadt wurde da der etwa zwei Meter hohe frühere Außenminister Fischer aufgestellt, über den Lenk einst sagte, dass er ihm ,,nicht einmal einen Tonbollen" wert sei. Nun hat es für den Distinguished Statesman, der als Skulptur einen so dicken Bauch hat, dass dieser seinen ,,Schniedel" (Lenk) verdeckt, sogar für Bronze gereicht. Hinzugekommen sind, warum auch immer, zwei Phantasiewesen sowie Thilo Sarrazin, Claudia Roth und Stefan Mappus, dessen ganze Wehrhaftigkeit gefragt sein dürfte, um juristisch gegen seine Kunstwerdung vorzugehen.
Die Bürgerschaft, so berichtet Mänder, der an diesem Mittwoch seinen letzten Lebensarbeitstag hat, habe vom drohenden Einschlag der Lenk-Rakete erst vor gut einem Monat erfahren. Gefragt wurde sie nicht. Man dürfe über so ein Projekt vorher nicht groß diskutieren, sagt Mänder, sonst komme es gar nicht zustande. Weil aber die Gesellschaft ohne Kunst arm sei, müsse man sie eben zu ihrem Glück zwingen. Damit befindet sich der CDU-Politiker ganz auf der Linie Lenks, der Kunst für nicht demokratisierbar hält und sie nicht jedem ,,Bäcker-und Metzgermeister" oder,,selbsternannten Kulturexperten" zur Abstimmung im Gemeinderat vorlegen will. An der Arbeit war diesmal auch Lenks Tochter Miriam, ebenfalls Bildhauerin, beteiligt. Unklar ist freilich, ob sie, wie vormals ihre Mutter bei anderen Vorhaben, vom offenherzigen und von Lenk so genannten Spendenbeschaffungskleid Gebrauch machte, um die Stadtoberen für das Projekt zu entflammen. Mänder jedenfalls beteuert, ausschlaggebend sei allein die Kunst gewesen, die der ,,sympathische Kerle" Lenk perfekt beherrsche. Dazu gehöre auch, dass manche Menschen denken würden, die 150 000 Euro seien rausgeschmissenes Geld.
Wie heißt es so schön: ,,Der Mensch denkt, Gott lenkt." TIMO FRASCH
Südkurier 30.11.2011
Neues von Peter Lenk
Albstadt – Der Satiriker vom Bodensee gibt keine Ruhe. In der vergangenen Nacht ist eine neue und öffentlich zugängliche Arbeit von Bildhauer Peter Lenk (Bodman-Ludwigshafen) enthüllt worden.
Peter Lenks neues Werk (im Uhrzeigersinn von unten links): Joschka Fischer, Vogel Strauß, Stefan Mappus, Molch-Mann, Thilo Sarrazin. Bildmontage: p.l.
Sie trägt den Titel „Ausgrabungen“ und ist damit passgenau für den Ort geschaffen worden: Albstadt, die vermögende Industriestadt auf der Schwäbischen Alb, hat dem Künstler den Auftrag für die schwere Plastik erteilt. Denn das Ausgraben von prähistorischen Gegenständen gehört in dieser Gegend im Zollernalbkreis zum Alltag. Wer den Felsen anritzt, stößt schnell auf Versteinerungen aus der Frühzeit von Mutter Erde.
Auch Peter Lenk hat sich auf die Spurensuche begeben. Ihn haben bei seinem neuen Werk aber nicht Ammoniten oder Ichtosaurus interessiert, sondern eine sehr lebendige Gegenwart. Der 64-Jährige knöpft sich vier Zeitgenossen aus vier Parteien vor, die er mit der Lust an barocker Fülle nachformt. Kaum zu übersehen ist Joschka Fischer, den Lenk einen „Wendebauch“ nennt und weiter kommentiert: „Erfolgreich diente sich das Polit-Genie als Feigenblättchen den Konzernen an, die er damals so inbrünstig verdammte.“ Besser kommt Claudia Roth weg, die als üppiges Pummelkind auf dem Bauch robbt. Hervorragend getroffen ist Thilo Sarrazin (offiziell SPD-Mitglied), der mit seinem Buch „Deutschland schafft sich ab“ für Furore sorgte. Wie Fischer ist er eben einem Ei entschlüpft, deshalb trägt er noch ein Stück Eierschale auf dem Kopf. Abweisend erhebt er die Hand – eine Anspielung auf seine Aussagen, die als ausländerfeindlich aufgenommen wurden („Kopftuchmädchen“). Das vierte der Fabelwesen – halb Tier, halb Mensch – stellt Stephan Mappus dar. Er kriecht als kleines Krokodil aus dem Ei und schaut etwas irritiert. „58 Jahre Regierungsmacht verzockt zu haben, ist auch denkmalwürdig“, schreibt Lenk in seinem Kommentar zu seinem neuen Werk.Dabei handelt es sich um eine Auftragsarbeit der Gemeinde Albstadt. Es wurde gestern am späten Abend enthüllt.
Dabei blieb der Bodmaner Satiriker seiner Devise treu: Weder Bürgermeister noch Stadträte dürfen vorab wissen, wie das künftige Werk aussieht. Für sie war die Enthüllung also auch Premiere. „Sonst würden mir die Parteien doch dreinreden“, gibt Peter Lenk im Gespräch mit dieser Zeitung lächelnd zu bedenken. „Ich brauche meine Freiheit. Nur dann kann ich alle veräppeln.“
Er hatte tatkräftige Hilfe. Seine Tochter Miriam unterstützte ihn bei der schweren Arbeit an den übermannsgroßen Figuren. Die 36-Jährige hat inzwischen auch die künstlerische Laufbahn eingeschlagen und wandelt auf den Spuren ihres Vaters. Ihr haben es dralle Körper angetan, wobei Miriam Lenk ausschließlich Frauen formt.
Nach einer Ausbildung zur Goldschmiedin hat sie sich für die monumentale Skulptur entschieden, die sie naturnah und mit Liebe zu schwelgenden Formen gestaltet. Man sieht: Der Apfel fällt in der Tat nicht weit vom Stamm.
Zollern-Alb Kurier 30.11.2011
Figurenzauber zu später Stunde
Gestern in der Dunkelheit aufgestellt: „Fabelwesen“ mit bekannten Gesichtern
Albstadt-Ebingen, 30.11.2011 von Holger Much
Jetzt sind sie da: Straußenfrau, Molchmann, Schnappus und Konsorten. Die mit grandios-bösem Blick für das Politisch-Hintergründige geschaffenen Bronzen bevölkern nun die neue Innenstadt von Ebingen.
Heute werden sicher nicht nur Albstädter zuhauf in die Ebinger Obere Vorstadt pilgern. Denn dort gibt es seit gestern Abend die neuen, definitiv aufsehenerregenden Werke des Bildhauers Peter Lenk zu sehen.
Die Skulpturen sollten eine Überraschung werden. Das sind sie nun geworden, in der Tat. Dass der namhafte Künstler aus Bodman, Peter Lenk, die Skulpturen für die soeben neu gestaltete Obere Vorstadt in Ebingen schaffen würde, war schon lange ein offenes Geheimnis. Doch was die Skulpturen darstellen würden, war bis zuletzt nur wenigen bekannt. Gestern ab 20 Uhr wurden die skurril-märchenhaften, teils gigantisch großen Bronzefiguren mit einem Kran auf ihre endgültigen Plätze am neuen Bachlauf gehievt, wobei die Arbeiten im Dunkeln, geheimnisvoll angestrahlt vom Lampenlicht, gestern zahlreiche Schaulustige anzogen.
Kommentar einer Passantin: „Einfach grandios“. „Schee!“ schwärmte Tailfingens Gemeinderat Pommi. Heute präsentieren sich die Gestalten im Tageslicht.
Wie von Peter Lenk gewohnt, gehen formbildnerische Genialität und ein scharfer Blick für das Politisch-Gesellschaftliche eine unglaubliche Allianz ein. Der Betrachter kann sich überlegen, wer von den Polit-Chimären wer ist. Denn bei der Mehrzahl der Skulpturen stehen namhafte Gestalten des öffentlichen Lebens Pate (siehe Info-Kasten). Provokant mögen sie für manche sein, die 140 000 Euro schweren Hingucker in der Oberen Vorstadt. Doch sie werden Albstadt Besucher bescheren. Dort, wo Peter Lenks Skulpturen stehen, reisen Kunstfreunde auch von weither an.
Versuche der Menschwerdung: Peter Lenk sieht sich als Chronist seiner Zeit
Wen oder was stellen die Figuren dar? Wir lassen den Künstler selbst zu Wort kommen: „Es gibt zwei prähistorische Versuche der Menschwerdung aus Strauss und Molch und vier vollendete Sumpfblüter der jüngeren Vergangenheit. Dazu gehören die Politiker als Fabelwesen:
Sie werden nicht geboren, sie sterben nicht aus,
sie schlüpfen und entschlüpfen. Sie befruchten sich selbst.“
Dazu schuf er: „Mappus- Schnappus, das kleine Krokodil: 58 Jahre Regierungsmacht verzockt zu haben ist auch denkmalwürdig. Wendebauch Joschka Fischer: Kaum geschlüpft, okkupierte er sofort ein anderes Ei. Ein grünes. Erfolgreich diente sich das Politgenie als Feigenblättchen den Konzernen an, die er damals so inbrünstig verdammte. Ausländerbeauftragter Sarrazin: Eine notwendige Integrationsdebatte befeuerte er mit Kopftuchmädchen und jüdischen Genen. So etwas kommt
bestsellerfreundlich an in Deutschland. Zum Schluss nennt er Claudia Roth: „Zur Ritterin der Französischen Ehrenlegion wurde sie 2004 offenbar zu hart geschlagen. In einem Interview erklärte die grüne Pazifistin emphatisch: 'Ich liebe die Konflikte in der Türkei'.“
Verfahren: Alle Figuren wurden in Originalgröße modelliert, abgeformt in Silikon und im Wachsausschmelzverfahren ausgegossen. Zwei Jahre lang arbeitete Lenk mit seiner Tochter Miriam an den fein ausgeformten Skulpturen. Miriam Lenk sei, fügt der Künstler an, zuständig für die „üppigen Formen“. Albstadt kannte Peter Lenk zuvor nicht, zeigt sich aber zufrieden mit der Umgebung für seine neuesten Schöpfungen und lobt„Der Standort ist toll“. Die Frage, was der Antrieb für ihn sei, Kunst zu schaffen, beantwortet er so knapp wie deutlich: „Ich fühle mich als Chronist meiner Zeit“.
Schwarzwälder-Bote, vom 30.11.2011
Albstadt Wenn Claudia Roth baden geht
Von Karina Eyrich
Albstadt-Ebingen. "Gigantisch", "fantastisch", "große Klasse" – die Zuschauer überschlugen sich fast mit Lob, als sie sahen, was gestern Abend in der Oberen Vorstadt aufgestellt wurde: Die Kunstwerke von Miriam und Peter Lenk sind endlich da.
Einmalig sind die sechs Skulpturen, die seit gestern in der Oberen Vorstadt stehen, schon aus einem Grund: Sie sind bei der ersten und wohl auch letzten Zusammenarbeit des Künstlers Peter Lenk und seiner Tochter Miriam Lenk, ebenfalls Bildhauerin, entstanden. Vor den Augen zahlreicher Schaulustiger, darunter – natürlich – der Erste Bürgermeister Rainer Mänder, der heute Abend verabschiedet wird, schwebten die sechs Skulpturen gestern gegen 20 Uhr ein. Ein Kran hob die schweren Bronze-Teile – das größte wiegt laut Miriam Lenk rund 650 Kilogramm – auf ihre Sockel, wo die Helfer der beiden Künstler sie fest einzementierten.
Was zeigen die Skulpturen? Ganz hinten vor dem Erker-Haus sitzt ein Molch mit mächtigem Bauch. Ihm gegenüber steht ein riesiger Strauß – beide sind "prähistorische Versuche der Menschwerdung", wie die Künstler es formulieren.
Dazwischen haben real existierende Menschen, "Sumpfblüter der jüngeren Vergangenheit", Platz gefunden. "Dazu gehören die Politiker als Fabelwesen: Sie werden nicht geboren, sie sterben nicht aus, sie schlüpfen und entschlüpfen. Sie befruchten sich selbst", heißt es in der Beschreibung.
"Schnappus, das kleine Krokodil" ist unverkennbar Stefan Mappus. Begründung: "58 Jahre Regierungsmacht verzockt zu haben, ist auch denkmalwürdig." Der "Wendebauch" ist Joschka Fischer, der – kaum geschlüpft – ein grünes Ei okkupierte und sich als Feigenblättchen den Konzernen angedient habe, die er als Politgenie so inbrünstig verdammt habe.
Der "Ausländerbeauftragte" Thilo Sarrazin hebt die Hand zu einem Gruß, der vor 66 Jahren aus der Mode gekommen ist. "Eine notwendige Integrationsdebatte befeuerte er mit Kopftuchmädchen und jüdischen Genen", heißt es.
Und schließlich Claudia Roth: Die Grünen-Politikerin und "Ritterin der Französischen Ehrenlegion" hat der Ritterschlag "offenbar zu heftig" getroffen: Sie schwimmt im großen Becken am Ende des Bachlaufs.
Am Ende der Aktion gab es Wurstwecken und Gratulationen für die beiden Künstler, die selbst hoch zufrieden sind, wie ihre Werke in der frisch sanierten Oberen Vorstadt wirken. Und das für wenig Geld: Laut Rainer Mänder zahlt die Stadt nur 150?000 Euro, weil die Künstler zahlreiche Formen selbst hergestellt und die Kosten dadurch erheblich gedrückt haben.
Weitere Informationen: Das Südwestfernsehen zeigt heute in der Landesschau ab 18.45 Uhr einen Beitrag über die Kunstwerke.
See-Online.info, vom 01.12.2011
Bodmaner Familienunternehmen Peter Lenk baute Jurrasic Park
1. Dezember 2011 wak
Coup „Ausgrabungen“ begeistert in Albstadt – Miriam Lenk arbeitet mit dem Vater
Konstanz/Albstadt. Weil Fossilien so gut auf die Schwäbische Alb passen, hat das Familienunternehmen Peter Lenk den Albstädtern einen Jurrassic Park in die neue Ebinger Innenstadt gesetzt. „Ausgrabungen“ lautet der Titel einer skurrilen Ausstellung mit Molchen und anderen Reptilien. Das Werk ist das Resultat einer künstlerischen Zusammenarbeit von Miriam und Peter Lenk. Miriam Lenk ist die Tochter und das Saurierei fällt nicht weit vom Papa-Dino.
Wenn der Vater Lenk mit der Tochter…
Manche Zirkusdynastien sind weltberühmt. Eine neue Künstlerdynastie ist in Bodman im Kreis Konstanz entstanden, wo Miriam Lenk (36) gerade zusammen mit dem streitbaren Bildhauer Peter Lenk einen Jurrassic Park baute. Die Ideen, Politiker zu karikieren, stammen von dem mittlerweile über 60-jährigen Peter Lenk. Sie haben ihn berühmt gemacht. Für die üppigen Formen – Joschka Fischers gewaltigen Wendebauch zum Beispiel – sei dieses Mal die Tochter zuständig gewesen.
Bürgermeister bestellte Fabelwesen im Sack
Zwei Jahre lang arbeiteten Vater und Tochter an den Figuren, die seit dieser Woche in Albstadt zu besichtigen sind. „Es hat toll geklappt“, freute sich Peter Lenk am Tag danach, an dem er noch in Albstadt weilte. Das Aufstellen der Giganten ist jedes Mal ein Kraftakt und erfordert präzisestes Arbeiten. Überhaupt ist es auch immer eine Schinderei und harte körperliche Arbeit, wenn Lenk neue Skulpturen schafft. Die Bronzefiguren zu „Ausgrabungen“ hat das Familienunternehmen zunächst in Originalgröße modelliert, abgeformt und die Formen im Wachsausschmelzverfahren ausgegossen. Ein Coup war die Enthüllung der Kunstwerke vor allem, weil sie der Bürgermeister am Gemeinderat vorbei bestellt hatte. Das erzählte Peter Lenk am Telefon gern und wird – was nur bei einem Telefonat über Skype zu sehen gewesen wäre – dabei spitzbübisch gegrinst haben.
Miriam Lenk in Peter Lenks Fußstapfen
Miriam Lenk machte eine Ausbildung zur Goldschmiedin, schrieb sich für Literatur und Medienwissenschaft an der Universität Konstanz ein, studierte an der Hochschule für Bildende Künste in Dresden bei Prof. Ralf Kerbach, ging mit einem Erasmus-Stipendium an die Universität Barcelona, wo sie sich mit Kunst im öffentlichen Raum beschäftigte und ist derzeit Meisterschülerin bei Prof. Ralf Kerbach.
Prähistorische Versuche der Menschwerdung
Die „Ausgrabungen“ zeigen prähistorische Versuche der Menschwerdung. „Aus Strauß und Molch“, schreibt Peter Lenk. Aus dem Ei geschlüpft sind in Albstadt keine Standespersonen aus der Stadt, sondern deutschlandweit bekannte „Sumpfblüter der jüngeren Vergangenheit“. Lenk führte dazu aus: „ Dazu gehören die Politiker als Fabelwesen: Sie werden nicht geboren, sie sterben nicht aus, sie schlüpfen und entschlüpfen. Sie befruchten sich selbst.“
Politiker kriechen aus dem Ei
Denkmäler gesetzt hat das Famienunternehmen Lenk dem „Wendebauch (Joschka) Fischer“, dem robbenden Baby Claudia Roth und Thilo Sarrazin, der noch mit Eierschale am Kopf (oder ist es ein Fetzen Kopftuch?) modelliert worden ist. Ein reptilienartiger Stefan Mappus kriecht aus dem Ei. Allesamt hat sie der Satiriker gut getroffen.
Macht-Verzocker Mappus
Nach welchen Kriterien Lenk seine Hauptdarsteller aussuchte, erklärt er gern. „Schnappus, das kleine Krokodil, 58 Jahre CDU-Regierungsmacht verzockt zu haben, ist auch denkmalwürdig“, erläutert Peter Lenk. Dann nimmt sich Lenk den „Wendebauch“ Fischer vor: „Kaum geschlüpft, okkupierte er sofort ein anderes Ei. Ein grünes.“ Lenk weiter: „Erfolgreich diente sich das Polit-Genie als Feigenblättchen den Konzernen wie BMW und RWE an, die er damals so inbrünstig verdammte.“
Reptil Sarrazin
Thilo Sarrazin ist Lenks „Ausländerbeauftragter“. Peter Lenk über das SPD-Mitglied: „Eine notwendige Integrationsdebatte befeuerte er mit Kopftuchmädchen und jüdischen Genen. So etwas kommt bestsellerfreundlich an, in Deutschland.“
Kleinkindhafte Claudia Roth
Eindeutig in der Mehrzahl sind Giganten aus de Reihen der Grünen. Claudia Roth, Ritterin der Französischen Ehrenlegion, darf im Jurrassic Park ebenfalls mitspielen. Lenk erläuterte: „Der Ritterschlag war offenbar zu heftig: In einem Interview erklärte die grüne Pazifistin empathisch: ,Ich liebe die Konflikte in der Türkei’“. Peter Lenk belegt das Zitat auch gleich noch mit einem Link zu Spiegel TV.
Kleine Presseschau
Der Zollern-Alb-Kurier schrieb von „skurril-märchenhaften, teils gigantisch großen Bronzefiguren“, die mit einem Kran auf ihre Plätze gehievt worden seien. Von „formbildnerischer Genialität“, war im Zeitungsbericht in Zusammenhang mit den „Fabelwesen“ die Rede. Auf die Frage des Zollern-Alb-Kuriers an Lenk, was ihn antreibe, sagte der Bodmaner Bildhauer: „Ich fühle mich als Chronist meiner Zeit.“
Öffnungszeiten rund um die Uhr
Öffnungszeiten der Ausstellung in der Innenstadt von Albstadt-Ebingen Tag und Nacht, 365 Tage im Jahr, auch über Weihnachten. Der Eintritt ist frei. Wer sich die Kunst im öffentlichen Raum anschauen will, hat dazu zeitlich unbefristet die Gelegenheit.
seemoz.de, vom 01.12.2011
Kultur
Peter Lenks erbauliche Überraschungseier
Mittwoch 30. November 2011
(hr) Wahrscheinlich steht des Bildhauers neues Werk schon und erfreut – mehr oder weniger – die Einwohner von Ebingen-Albstadt. Dort, wo es laut Volksmund immer „einen Kittel kälter ist“, baute Peter Lenk bis vor wenigen Stunden seine „Ausgrabungen“ auf. Aus Eiern kriechen bekannte Personen, Lenk nennt sie „Sumpfblüter der Vergangenheit“. Ein wendehalsiger Politpromi, eine grüne Ritterin der Französischen Ehrenlegion, ein mittlerweile völlig abgewirtschafteter ehemaliger Landesfürst und ein selbsternannter Integrationsfachmann mit desolaten Genen. Sie alle, so Lenk süffisant: „schlüpfen und entschlüpfen, sie sterben nicht aus und befruchten sich selbst“. SeeMoZ-Rätsel: Um welche Personen handelt es sich? Zur Vergrößerung einfach auf das Bild klicken. Wer als erster die richtigen Antworten parat hat, darf mit einer öffentlichen Belobigung auf dieser Seite rechnen. Auf geht’s
dornroeschen.nu, vom 01.12.2011
1. Dezember 2011 | Miriam und Peter Lenks grossartige Politikersatire
Grüner Wendebauch
Konstanz/Albstadt/Bodman (gro) Satirisch näher gebrachte, frisch geschlüpfte politische Wesen in Bronze als Lenk‘sches Gemeinschaftwerk - aus dem solistischen Bodmaner Kunstbetrieb am oberen Ende der Kaiserpfalz ist endgültig ein Familienunternehmen geworden. Dass für Lenks Hafenschöne namens Imperia dessen Frau Bettina Modell stand, ist zwar längst durchgesickert. Doch mit dem geheimnisvollen Molch-Mann, der seit Mitte dieser Woche in Albstadt neben bekannteren politischen Grössen auf der Oberen Vorstadt zu besichtigen Ist, macht die bisher als Künstlerin vor allem in Berlin und in den neuen Bundesländern erfolgreiche Miriam Lenk jetzt auch auf der Schwäbischen Alb auf sich aufmerksam. Neben dem überdimensionalen Molch verraten Linienführung und Proportionen des wild aufflatternden Vogels Strauss die Gestaltungskraft von Tochter Miriam.
Stefan Mappus mit spitzwirbeligem Rückrat
Neben Vogel Strauss und Thilo Sarrazin beeindruckt in Albstadt nicht zuletzt ein fossilienhaft schlüpfendes Wesen mit dem unverwechselbaren Köpfchen des früheren baden-württembergischen Ministerpräsidenten Stefan Mappus. Das Tier zeigt Rückrat, bestehend aus der gut sichtbaren Abfolge kräftig spitzer, reptilischer Wirbel. Ein gefährlich anmutendes, politisches Urviech eben.
Auch die FAZ hat ihre Freude daran
Im heimischen „Südkurier“ berichtete Uli Fricker ausführlich über die Enthüllung des Gemeinschaftswerks der Familie Lenk, und die Abendschau des SWR verbreitete die frohe Kunde hochaktuell und bundesweit. Besonders bemerkenswert ist eine ausführliche Würdigung der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (FAZ). Darin wird verraten, Lenk habe für den einst revolutionär orientierten Fischer, der heute einen Energiekonzern und ein grosses bayerisches Autounternehmen berät, einst „nicht mal einen Tonbollen übrig“ gehabt, habe ihm nun aber einen Bauch verpasst, der sogar seinen (Fischers) Schniedel überwölbe.
Abschiedsgeschenk des Baubürgermeisters
Die in Bronze gegossene Figurengruppe ist das Abschiedsgeschenk des Albstädter Baubürgermeisters Rainer Mänder (CDU), der zum heutigen Donnerstag in Pension geht. Er verpflichtete Bildhauer Lenk mit Wissen des Gemeinderats aber ohne nähere Orientierung über das zu schaffende Kunstwerk - laut FAZ-Feuilletonist Timo Fresch getreu dem Motto „Der Mensch denkt, Gott Lenkt“. Bild: Susanne Marx











